Arbeitsbereiche im CVJM

1. Alle zusammen – die Gesamtvereinsveranstaltungen

2. Von jung bis alt – die Bereiche

3. Von Techniker bis Öffentlichkeitsarbeit – die Arbeitskreise

4. Die Christlichen Bäcker in Nürnberg – die Bäckerabteilung

 

1. Alle zusammen – die Gesamtvereinsveranstaltungen

Mit allen Generationen feiern wir im Jahr auf ganz unterschiedliche Weise miteinander. Selbstverständlich bist Du / sind Sie herzlich eingeladen!

Sonderveranstaltungen werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt: Theaterprojekte mit dem Gospel Art Studio München, Großveranstaltungen (z.B. Pro christ, JesusHouse), Kunstrasenfestival (alle zwei Jahre) u.a.

 

2. Von jung bis alt – die Bereiche

Jeder für sich …

Der CVJM Nürnberg bietet für jede Generation eine Vielfalt an Programmen an. Jede Generation organisiert sich in einem eigenen Bereich mit sogenannten Bereichsleitern. Im CVJMagazin stehen alle aktuellen Ansprechpartner und Programme.

… und miteinander!

Die Generationen driften in der Gesellschaft immer weiter auseinander. Die Folge sind häufig Vereinsamung und das Fehlen von überlieferter Lebenserfahrung. Für jede Generation gibt es eigene Programme, Angebote und Heime. Bei uns im CVJM begegnen sich die Generationen und profitieren voneinander (Gesamtvereinsveranstaltungen, Sport, Posaunenchor, Stadtführungen, Flüchtlings-Patenschaften, Lichtblick-Gottesdienst, Gruppe für geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen).

 

3. Von Techniker bis Öffentlichkeitsarbeit – die Arbeitskreise

Quer durch die Generationen haben sich Arbeitskreise gegründet, die als Aktiv-Teams sich tatkräftig engagieren.

 

4. Die Christlichen Bäcker in Nürnberg – die Bäckerabteilung

98f6c36a21Die Bäckerabteilung ist 1899 als berufsständische Vereinigung innerhalb des CVJM entstanden.  Gerade die Bäcker waren durch ihre Arbeitszeit von den üblichen Veranstaltungszeiten nahezu ausgeschlossen und damit auf Treffpunkte am Nachmittag angewiesen. Heute ist ihr Ziel, vor allen Dingen Menschen aus dem Handwerk zu erreichen. Zu ihren Angeboten sind aber alle herzlich eingeladen – auch wenn Sie kein Bäcker oder Konditor sind!Zu folgenden Gruppen laden wir herzlich ein: Bäckerposaunen, Familienkreis für Familien und Singles, Frauenkreis für Seniorinnen, Frauengebetskreis, Meisterkreis für Männer im Seniorenalter, Mitarbeitergebetsabend und Tischtennis (Termine und Beschreibungen befinden sich im Terminkalender der Webseite)

 

Geschichte der CVJM Bäcker-Abteilung

Auszug aus der Festschrift „Fußspuren Gottes unter deutschen Bäckern und Konditoren“

Die Situation im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert wird auch das Missionsjahrhundert genannt. Jahrhundertelang schien der Missionsbefehl Jesu vergessen zu sein: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes (Matth. 28,19). Viele vortreffliche Männer, mit hohen Gaben gerüstet, zogen hinaus in ferne Länder mit der Botschaft von Jesus, dem Heiland der Welt. Vielen wurde in dieser Zeit auch klar, dass daneben nicht das eigene Land vergessen werden durfte. Christian Friedrich Spittler, der Gründer der „Pilgermission auf Chrisuona“, sagte in dieser Zeit: „Wenn wir dafür sorgen, dass viele Heiden Christen werden, so dürfen wir nicht versäumen, auch darauf bedacht zu sein, dass Christen im eigenen Land keine Heiden werden.“ Schon 1827 machte Spittler den ersten Versuch der Gründung einer Handwerkermission. Was lag näher, als dass junge Handwerker ihren Arbeitskollegen und Berufsgenossen das Zeugnis von Jesus sagten. In dieser Zeit gründete George Williams den ersten CVJM in London.

In Deutschland wurden nach 1871 die Städte immer größer, bedingt durch die zunehmende Landflucht, und die soziale Frage brach immer bedrängender auf. Niemand kümmerte sich um die jungen Menschen, die in die Städte strömten und überall breitete sich der Materialismus aus. Die aufkommende Gottentfernung gefährdete einen großen Teil der jungen Menschen. Die Kirche war durch den hereingebrochenen Liberalismus geschwächt. Da machten sich an vielen Orten Männer auf und übten praktisches, positives Christentum. Einer von diesen war Eberhard von Rothkirch, der, a875307c561ls im Januar 1883 durch die Initiative des Deutsch-Amerikaners Friedrich von Schlürabach, in Berlin der erste CVJM in Deutschland gegründet wurde, der Vorsitzende dieses Vereins wurde. Man wollte den Dienst an allen jungen Männern tun und so entschloss man sich schon sehr bald, auch die einzelnen Berufsgruppen extra zu Versammlungen einzuladen.

Die Gründung der ersten Bäckergehilfenkreise

Im Bäckerhandwerk gab es damals die 7-Tage-Woche. Die Läden waren auch am Sonntagmorgen offen und die Bäcker buken nachts das frische Gebäck. Dass es Sonntag war, merkte man nur daran, dass nicht so lange gearbeitet wurde wie an den anderen Tagen. Erst 1916 kam das Nachtbackverbot, bis dahin begann an jedem Tag die Arbeit abends gegen 22.00 Uhr. Es gab keine Möglichkeit, in den Gottesdienst zu gehen oder am kulturellen Leben teilzunehmen. Diese Not sah Eberhard von Rothkirch und so lud er ein Jahr nach der Gründung des CVJM in Berlin am Donnerstag, den 24. Juli 1884 nachmittags 16.00 Uhr die Bäcker zu einem Vortrag ein. Der August-Anzeiger berichtete über diese Versammlung:  „Auch im vergangenen Monat durften wir wieder eine Versammlung für Mitglieder eines besonderen Berufsstandes abhalten. (Es gab schon für einige Berufe besondere Kreise). Dieses Mal waren es die Gesellen des Bäckerhandwerks, die geladen und von denen zu unserer großen Freude über 200 erschienen waren“. In späteren Jahren erzählte Herr von Rothkirch oft wie die erwähnten 200 Einladungen verteilt wurden. Eberhard von Rothkirch ließ den Krankengelderheber der Innung zu sich kommen und fragte ihn, was man den Bäckern entgegenbringen müsste, um sie zu gewinnen. Dieser antwortete: „Bringen Sie ihnen Liebe entgegen.“ Ja, Liebe, das ist die Sprache, die von allen verstanden wird. Damit wollen wir uns immer wieder ausrüsten lassen in der Arbeit an unseren Kollegen.Obwohl man mit der ersten Versammlung Ihr Bäcker so gute Erfahrung gemacht hatte, ruhte die Arbeit bis zum 22. November 1888. An diesem Tag fand wieder eine Versammlung statt, über die der damalige Anzeiger berichtet: Herr Pastor Burkhardt sprach auf Grund eines Bibelverses über das Thema „Wie wird man am glücklichsten?“. Es waren 85 Bäcker erschienen, die nach Schluss der religiösen Versammlung in dem ersten Stockwerk unseres Vereinshauses an gedeckten Tischen Platz nahmen, wo sie mit Kaffee und Kuchen versorgt wurden. Es schlossen sich sofort 16 Bäcker dem Verein an und am 24. Januar 1889 war die nächste Zusammenkunft der Bäcker. Hier wurde beschlossen, von nun an alle 14 Tage eine Versammlung abzuhalten. In jener Zeit war es in unserem Beruf Sitte, dass die Gehilfen, bevor sie selbständig wurden, auf Wanderschaft gingen. Sie lernten so, wie in anderen Städten gearbeitet wurde und lernten neue Gebäcke kennen. Sie konnten nur so ihre Kenntnisse erweitern, die sie zur Führung einer Bäckerei brauchten.Dadurch, aber auch durch die Initiative der inzwischen in anderen Städten gegründeten CVJM, finden wir sehr bald in vielen Orten „Bäckergehilfen-Abteilungen“. Um nur einige zu nennen: Stuttgart 1891, Hamburg 1891, Frankfurt/M. 1892, Leipzig 1893, Dresden 1894, Breslau 1895 und 1909 in Nürnberg. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges gab es in 30 deutschen Städten CVJM Bäckerkreise. Im Lebensbrot – der Zeitschrift der christlichen Bäcker – von 1914 finden wir auch Bäckerkreise in der Schweiz, in Basel und Zürich, im deutschen CVJM in London und im deutschen CVJM in Paris. Dort trafen sich die Bäcker morgens um 9.00 Uhr!

Zurückblickend …

… müssen wir die Vorstände der CVJM’s bewundern, wie tatkräftig sie diese Arbeit unterstützten. Ohne diese wäre die schnelle Ausbreitung nicht möglich gewesen. Diese Arbeit war den Verantwortlichen so wichtig, dass sie fast überall Sekretäre mit der Betreuung beauftragten. Durch ihre Erfahrung und dem Einsatz der Bäckermitarbeiter, die von Backstube zu Backstube zum Einladen gingen, wuchsen die Kreise stetig. In den ersten Jahren waren es nur Gesellen die zusammen kamen, bald kamen die Lehrlinge und die Meister dazu und die Frauen- und Mädchenkreise folgten etwas später. Posaunenchöre, Männer- und Gemischte Chöre wurden aufgebaut und in vielen Städten gab es Turngruppen der Bäcker. Auch der Missionsgedanke wurde durch Missionskreise gepflegt und wach gehalten. So gab es in den Großstädten für alle in unserem Handwerk eigene Kreise und die Bäckerabteilung war oft eine starke Gruppe im CVJM.