geschichte der Stiftung
CVJM-History: Jugendstiftung - wie aus Vergangenheit Zukunft wird
1945 war der 2. Weltkrieg zu Ende. Wie in ganz Europa, so hat dieser grausame Krieg auch im CVJM Nürnberg tiefe Wunden hinterlassen. Ein Fotoalbum in unserem CVJM-Archiv zeigt Hunderte junger Männer aus dem CVJM Nürnberg, deren Namen durch ein Kreuz gekennzeichnet sind, was bedeutet: Gefallen für das Vaterland.
Viele derer, die überlebt hatten, legten mit Hand an, um das CVJM-Haus am Sterntor wieder mit Leben zu füllen. Männer wie Kurt Heimbucher, Dr. Hans Bürger, Andreas Prechtel oder Hans Meister standen dem Vorsitzenden Hermann Galsterer und dem Leitenden Sekretär Johannes Maier zur Seite. Jugendwart Walter Börner startete wieder einen Jungenkreis. Einer seiner Mitarbeiter war der Jurastudent Gerhard Knöchlein, der schon als Zehnjähriger mitten im Krieg ein Jungscharler von Walter Börner gewesen war. Am 16.3.1948 hielt er in diesem Kreis z.B. einen Abend zum Thema „Eine Stunde Atomphysik“.
1948 wurde Pfarrer Norbert Rückert neuer Vorsitzender unseres CVJM. Er war im Krieg bekannt geworden als „Wüstenbischof“ während seiner Gefangenschaft in Ägypten. 22 Jahre später, im Jahr 1970, wurde der ehemalige Jurastudent und Jugendmitarbeiter, nun Professor Dr. Gerhard Knöchlein, Notar in Nürnberg, neben Rückert 2.Vorsitzender unseres CVJM. 1979 gaben die beiden ihre Vorstandsposten wieder ab: ihre Nachfolger waren Peter Scharrer und Heinrich Zeh.
1998, im Jahr seines 100. Bestehens, ernannte der CVJM Nürnberg Dr. Gerhard Knöchlein zum Ehrenmitglied. Im gleichen Jahr konstituierte sich unter Konrad Herdegen der Beirat des CVJM, in dem Dr. Knöchlein das Amt des Sprechers übernahm. Und dort brachte er die Idee ins Spiel, man könnte doch zur Finanzierung der CVJM-Arbeit neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden auch an eine Stiftung denken, deren Kapital dem CVJM über Jahrzehnte hinweg Jahr für Jahr Geldmittel zukommen lassen würde. So initiierte er schließlich die „Dr. Gerhard-Knöchlein-Jugendstiftung des CVJM Nürnberg“.
Gerhard Knöchlein hat durch sein berufliches und persönliches Engagement den CVJM in Kirche und Gesellschaft immer wirkungsvoll vertreten. Dabei ging es ihm um einen weltoffenen CVJM, der aus dem Glauben an Jesus Christus heraus gerade jungen Menschen die Chance zu einem gelingenden Leben ermöglicht.
Am 5. Juni 2000, genau an dem Tag, an dem die von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich unterzeichnete Urkunde der Kirchlichen Stiftungsaufsicht dem CVJM übergeben wurde, wurde Gerhard Knöchlein in die Ewigkeit heimgerufen. Wir sind ihm zutiefst dankbar für sein Lebenswerk zugunsten des CVJM. Erfreulicherweise fanden sich Mitstreiter und Nachfolger, die es ihm gleich taten. So schloss sich Jürgen Mehlhorn mit seiner Mehlhorn-Goedicke-Stiftung der CVJM-Jugendstiftung an und zahlreiche weitere Zustifter gaben zum Teil beachtliche finanzielle Zuwendungen.
In unserer heutigen Zeit der klammen Kassen wissen wir es zu schätzen, dass Männer wie Gerhard Knöchlein und Jürgen Mehlhorn mit Weitblick dem CVJM zu einem wertvollen Kapitalstock verholfen haben, der unsere Arbeit heute und morgen finanziell absichert. Sie haben es getan aus Dankbarkeit für das, was sie im CVJM erleben durften an Gemeinschaft unter Jesus Christus. Wir hoffen sehr, dass sich viele heute und morgen dem anschließen, damit unsere Jugendstiftung auch in den kommenden Jahrzehnten dem CVJM zum Segen werden kann.
Peter Scharrer

